Venedig

Venezianische Gondeln/©RossHelen - istock.com

Balkon über dem Wasser/©DNY59 - istock.com

Käfer Zeitungs-Redakteurin Birgit Sanhüter

The Gritti Palace
Campo Santa Maria Del Giglio 2467
I-30124 Venedig
0039/041/794611
 
www.the-gritti-palace.com

 

Dass Venedig speziell in diesem Jahr eine Reise wert sein soll, ist für Sie wahrscheinlich nichts Neues. Vielleicht können Sie es auch schon nicht mehr hören. Und dennoch war es für mich ein derart besonderes Erlebnis, dass ich es mit Ihnen teilen möchte. Tatsächlich ist meine Venedig-Liebe eine frühe Liebe.

 

Als Fünfjährige betrat ich die Insel zum ersten Mal an der Hand meines Vaters. Autofrei und auf Holzpfählen erbaut – das faszinierte mich damals. Später kam mein Interesse an der Architektur und Kultur hinzu und ich besuchte sie romantisch mit meinem ersten Freund, als Studentin zum Carnevale, dann mit dem Ehemann und den Kindern. Regelmäßig musste ich mich davon überzeugen, dass die Fundamente die Stadt trotz Massentourismus noch trugen. Abhängig von der Saison, hinterließ sie unterschiedliche Eindrücke: an Fasching geheimnisvoll, im Sommer grauenvoll (weil zu voll), im Herbst stilvoll. Doch erst in diesem Jahr hatte ich annähernd das Gefühl, das wahre Venedig entdeckt zu haben. Ohne Tourifähnchen, Gedränge oder Kreuzfahrtschiffe. Dafür die pure Schönheit des Centro Storico, einen leeren Markusplatz, Ruhe in den Gassen, Kirchen und auf den Brücken. Sogar echte Veneziani waren zu sehen.

 

Der perfekte Tag begann für mich mit Yoga auf der Dachterrasse des Hotels Gritti Palace, das direkt am Kanal liegt. Von dort starteten wir tatsächlich auch eine Gondeltour – das eigentliche Muss hatten wir bei unseren letzten Besuchen den zahlreichen anderen Gästen überlassen. In diesem Sommer lauschten wir dem Gesang des Gondoliere und setzten gleich nach der Fahrt seine „Geheim“-Tipps um. Einiges davon war uns nicht neu, gewann aber eine neue Perspektive. Wie der Aufstieg ohne Warteschlange auf den Campanile von San Marco, der uns mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Dächer der Stadt belohnte. Ebenso wie der erstmalig freie Blick auf die Eissorten in meiner Lieblingseisdiele Boutique del Gelato oder die freie Platzwahl in der Osteria Al Squero mit Blick auf die Gondelwerft, um mittags ein „Ombra“ (kleines Glas Wein) mit „Cicchetti“ (Häppchen) zu genießen.

 

Weiterhin empfehlenswert: der Palazzo Venier dei Leoni, der die Peggy Guggenheim Collection beherbergt. Die Libreria Acqua Alta dagegen haben wir neu für uns entdeckt. Ein Buchladen, der es aufgegeben hat, gegen das gefürchtete Hochwasser anzukämpfen. Stattdessen lagert er seine Bücher in wasserfesten Behältern, alten Badewannen und einer Gondel. Für eine „Pausa“ bietet sich der Parco Savorgnan an, um im Anschluss (ohne Reservierung!) ein Ristorante fürs Abendessen zu suchen, in dem man noch dazu aufs Herzlichste empfangen wird.

 

 Käfer - Die Zeitung 5/2020

 

 

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