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Lamborghini München
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Mit dem Huracán Evo RWD Spyder ergänzt Lamborghini das Spyder-Portfolio um eine Variante mit Hinter- statt Allradantrieb. Nur vermeintlich ein Verzicht, der nicht nur, aber gerade auch für ambitionierte Fahrer zum Gewinn wird.

 

Als Lamborghini im Februar 2019 den neuen Huracán Evo präsentierte, eine überarbeitete Version des bisherigen Huracán, war klar, dass alsbald eine offene Version des Einstiegsmodells der italienischen Marke folgen würde. Schließlich lässt sich das Triebwerk des Huracán, der beinahe schon legendäre 5,2-Liter-Motor, nie sinnlicher erleben als unter freiem Himmel, sprich bei geöffnetem Verdeck. Der Sound des mächtigen V10-Aggregats ist für Liebhaber eine wahre Sinfonie des Fauchens und des Brüllens, je nachdem, was der Fahrer ihm abverlangt. 640 bzw. 610 PS stehen zur Verfügung, abhängig davon, ob es sich um den Huracán Evo Spyder oder den Huracán Evo RWD Spyder handelt. Auf den ersten Blick mögen sich Evo RWD und Evo ähneln wie ein Spyder dem anderen. Bei etwas genauerem Hinschauen aber fallen die leichten Retuschen durchaus ins Auge, die von den Designern etwa an der Front (Lufteinlass) wie auch am Heck (Diffusor) vorgenommen wurden. Selbstverständlich aber begeistert ein Lamborghini nicht „nur“ durch die Leistung und den Sound seines Motors, sondern durch das Zusammenspiel all seiner herausragenden Charaktermerkmale.

 

„Wenn Stil und Performance aufeinandertreffen, dann handelt es sich um den neuen Huracán Evo RWD Spyder“, erklärt die PR-Abteilung der Marke. Wenn sich das so oder ähnlich wohl über alle Lamborghini-Modelle sagen ließe, dann trifft es auf den Huracán Evo RWD Spyder doch ganz besonders zu. RWD steht für Rear Wheel Drive, für Hinterradantrieb. Und der zeichnet den Huracán Evo RWD Spyder im Gegensatz zu seinem nächsten, nur unwesentlich älteren Bruder, dem Huracán Evo Spyder, aus. Der könnte theoretisch das Kürzel AWD (All Wheel Drive) im Namen tragen, was ihn auf den ersten Blick als Fahrzeug mit Allradantrieb ausweisen würde. Darauf aber hat man verzichtet. Nun könnte einer vielleicht auf die Idee kommen, dass es sich beim Huracán Evo RWD Spyder um ein Sparmobil handele, schließlich fehlen ihm neben dem Allradantrieb auch 30 PS. Angesichts von mindestens 175.838 € zzgl. Steuern (die Allradvariante startet bei 202.437 € zzgl. Steuern) von einem Sparpreis zu sprechen, wäre allerdings wohl ziemlicher Blödsinn. Schwerer noch zugunsten der RWD-Variante aber wiegt der nicht vorhandene Allradantrieb.

 

Was sich zunächst wie ein Paradoxon lesen mag, folgt tatsächlich der reinen Lehre, der viele Sportwagenfahrer anhängen. Die besagt, dass ein echter (Super-)Sportler Hinterrad- statt Allradantrieb (und einen Saug- statt einen TurboMotor) aufweisen sollte. Und beides trifft auf den Huracán Evo RWD Spyder zu. Hinterradantrieb verlangt, wenn man so will, nach einem aktiveren, auch wachsameren Fahrer. Ein Fahrer, der ganz bewusst entschieden hat, sich nicht in jedem Moment darauf zu verlassen, dass ein etwaiger Allradantrieb das Auto wie auf Schienen bewegt und auf nahezu jede Fahrsituation eine Antwort parat hat. Davon, dass es sich mit Hinterradantrieb auf dem Race Track allemal besser driften lässt als mit Allradantrieb (selbst wenn der abschaltbar ist, bleibt ja noch das höhere Gewicht), soll hier gar nicht die Rede sein. Im Übrigen befähigt ANIMA, die Adaptive-Network-Intelligent-Management-Technologie, den Fahrer, das Auto jederzeit seinen Bedürfnissen anzupassen. „Falls Sie beim Fahren Spannung und Spaß haben möchten, dann werden Sie von der leichten Übersteuerungsfähigkeit der SPORT-Einstellung begeistert sein“, verspricht Lamborghini. Die CORSA-Einstellung dagegen biete eine traktionsorientierte Leistung, während STRADA eine komfortable Fahrt mit maximalem Grip ermögliche, während man die Reise genieße und der Fahrtwind durchs Haar wehe.

 

Dieser Genuss ist unwidersprochen, auch wenn ein Haargel gewählt werden sollte, dass den Sitz der Frisur auch noch dann garantiert, wenn der Huracán Evo RWD Spyder einmal richtig ernst macht. Huracán ist spanisch und heißt, man ahnt es schon, nichts anderes als Hurrikan oder Orkan. Wobei der Lamborghini wohl den einzigen Hurrikan loslassen kann, der einen Riesenspaß bereitet: Nach 3,5 Sekunden ist die 100-, nach knapp zehn Sekunden die 200-km/h-Marke erreicht. Und erst bei 324 km/h ist Schluss mit lustig. Aber auch die gegenläufige Aktion ist beim Huracán Evo RWD Spyder eine wahre Schau. Nur 32,2 Meter soll der Spyder laut Lamborghini benötigen, um aus 100 km/h zum Stillstand zu kommen. Ein absoluter Topwert – den etwa Ferrari 812 Superfast, Mercedes SL 65 AMG Black Series oder McLaren 650S Spider nicht schaffen. Ob in Sachen Motor- oder Fahrwerk-Technologie – dieses Auto ist also über jeden Zweifel erhaben. Dass für den Supersportler aber auch Komfort und Luxus – dafür stehen edle Materialien wie Alcantara, Carbon und Leder – keine Fremdworte sind, macht den Huracán Evo RWD Spyder sogar alltagstauglich. So ist der Arbeitsplatz des Piloten ausgestattet mit einem Infotainment-System mit hochauflösendem 8,4 Zoll-TFT-Display.

 

Hier können per Fingertipp sämtliche Fahrdynamik- und Entertainment-Funktionen abgerufen und gesteuert werden. Klar, dass auch Internetzugang und Apple Car Play nicht fehlen. Lamborghini selbst spricht gar von einem „System, das in Sachen Konnektivität ein für einen Huracán noch nie da gewesenes Borderlebnis bietet“. Die Summe dieser Merkmale macht den Huracán Evo RWD Spyder nicht nur zu einem „Driver‘s Car“ bzw. einem „Driver’s Cabrio“, einem Auto also, das vom Fahrer gefordert werden will, sondern für den Piloten obendrein zu einem Lifestyle-Statement. Und nicht wenige Interessenten dürften wohl auf den Gedanken kommen, dass der günstigere auch der passendere Huracán Spyder ist. Keine Frage: Der Huracán Evo RWD Spyder ist wieder einmal einer der Fälle, bei dem etwas weniger durchaus sehr viel mehr sein kann.

 

Von Andreas Kötter

 

Käfer - Die Zeitung 4/2020

 

 

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