aybi

Aysen Bitzer, Inhaberin und Designerin aybi

Outfit "Anna"

Dress "Melanie"

Outfit "Tony"

Dress "Diane"

Kategorie: ShowInSlider
aybi Store & United Women Foundation
Barer Straße 84
80799 München
Tel. 089/39295203
 
www.aybi.com
info@aybi.com

 

Der Name aybi steht für die Anfangsbuchstaben von Aysen Bitzer und ist seit ihrer Kindheit der Spitzname der Designerin. Aber er steht auch für einen Neuanfang. 2017 hat die 44-Jährige, die vor der Trennung von ihrem Ehemann gemeinsam mit ihm die Modemarke 0039italy aufbaute und sehr erfolgreich führte, mit aybi ihr eigenes Label gegründet. Dabei ist sie ihren modischen Wurzeln – ihrer Kompetenz im Entwurf von Blusen und Kleidern – treu geblieben, hat aber gleichzeitig ihren Anspruch an Qualität, Nachhaltigkeit und Design noch einmal nach oben geschraubt. Wir trafen die Designerin zum Interview über Frauenpower, den Wandel des Mode-Business, die perfekte Bluse und ihr neuestes Herzensprojekt, die United Women Foundation.

 

Käfer Zeitung: Frau Bitzer, Sie sind in der Modebranche bekannt für Ihren Tatendrang und Ihren Mut, neue Projekte anzustoßen. Vor drei Jahren haben Sie Ihr Label aybi etabliert, derzeit gründen Sie Ihre Stiftung, die United Women Foundation. Woher nehmen Sie Ihre Energie?

Etwas zu bewegen und voranzutreiben, macht mir großen Spaß und gibt mir Kraft. Nach meiner Trennung war ich buchstäblich am Ende. Aber für meine Söhne Bruno und Oscar und durch die mentale Unterstützung meiner Freunde und auch anderer Frauen in meiner Situation ist es mir gelungen, aus dem Loch herauszuklettern und mich wieder auf meine Stärken zu konzentrieren. Und so habe ich aybi gegründet, als kleines Start-up.

 

aybi hat sich schnell zu einer gefragten Marke entwickelt. Wichtige Modehäuser wie Lodenfrey in München, Fischer in Singen oder Fidelio in Zürich führen Ihre Blusen, Kleider, Röcke und Hosen. Wie würden Sie die DNA des Labels beschreiben?

Die Marke steht für hohe Qualität zu einem erschwinglichen Preis. Unser Baumwollblusensortiment startet bei 99 Euro und die Seidenmodelle gibt es ab 199 Euro. Alle Stoffe und Materialien kommen aus Italien und der Türkei, die Kollektionen fertigen wir in europäischen Frauenbetrieben. Die Arbeit mit und die Unterstützung von Frauen ist mir wichtig; außerdem kurze und nachvollziehbare Wege, denn nur so kann die Nachhaltigkeit in der Produktionskette gewährleistet werden. Zudem steht aybi für einen unverkennbaren Look. Unsere Schnitte sind zeitlos und modern, sodass man sie 24/7 tragen kann. Durch Smok-Details, Taillierungen oder abnehmbare Schluppen bekommen sie Raffinesse und betonen die weibliche Silhouette. Zusammenfassend kann man sagen: aybi macht Mode für alle Frauen, ob Geschäfts- oder Hausfrau, ob Studentin oder Single, ob androgyn oder kurvig.

 

Gibt es ein Signature Piece?

Ja, unsere weißen Blusen. Alle Modelle haben ein aufgesticktes „A“ als Wiedererkennungszeichen auf dem Armbündchen. Bei einer weißen Bluse ist es schließlich schwer zu erkennen, von welchem Label sie ist, das „A“ macht sie aber zu einem echten aybi-Piece und damit zu etwas Besonderem. Darüber hinaus sind wir bekannt für unsere ausdrucksstarken Prints, in denen wir softe Töne und kräftige Akzente kombinieren. In der kommenden Herbst-Winter-Saison sind das zum Beispiel Eichhörnchen-, Schlangen- oder farbenprächtige grafische Drucke. Inspiriert haben mich dazu eine Reise nach Thailand und der Winter in meiner Wahlheimat München.

 

Im Juni eröffnen Sie in der Münchner Maxvorstadt Ihren ersten aybi-Store. Wie sehen Sie die Situation der Modemarken und des Einzelhandels in den Zeiten während und nach Corona?

Natürlich ist es zurzeit für uns alle nicht einfach. Modemarken, Händler und auch Verbraucher sind jetzt mehr denn je aufeinander angewiesen, denn nur gemeinsam können wir die Krise meistern. Doch eine Krise hat immer auch etwas Positives. Sie bewirkt einen Wandel in den Köpfen der Menschen. In den letzten Jahren war das Mode-Business zunehmend schnelllebig und dadurch haben Qualität und Nachhaltigkeit gelitten. Einige Firmen bringen zum Beispiel weit mehr als zwei Kollektionen auf den Markt, die kein Mensch braucht. Wir sollten uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren und unsere Werte überdenken. Think global, buy local – ist eines meiner Mottos. Synergien untereinander schaffen, Online-Sales meiden, stattdessen den stationären lokalen Handel stärken, was wir ja auch in Bezug auf Lebensmittel schon seit einigen Jahren vermehrt tun, und natürlich einen achtsamen und verlässlichen Umgang mit unseren Mitmenschen und unserer Umwelt pflegen.

 

aybi fertigt ausschließlich in Europa. Was ist Ihnen in puncto Nachhaltigkeit zusätzlich zu den kurzen und nachvollziehbaren Produktionswegen wichtig?

Wir versuchen, in allen Bereichen sparsam und aufmerksam zu sein, so auch beim Verpackungsmaterial. Unsere Kartonagen sind unbedruckt und das Seidenpapier lassen wir auch weg. Außerdem achten wir auf einen möglichst geringen Stoffverbrauch. Momentan fertigen wir aus den Reststoffen Mund-Nasen-Masken als Geschenk für unsere Kundinnen.

 

Sie haben bereits erwähnt, dass die Arbeit mit und die Unterstützung von Frauen Ihnen wichtig ist. Können Sie uns Ihre Beweggründe näher beschreiben?

Frauen mit Mut und einer Vision werden noch immer viel zu wenig geachtet und gefördert. Und was gibt es Schöneres, als sich gegenseitig von Frau zu Frau zu unterstützen. Nach meiner Trennung hatte ich das Glück, tolle Mentorinnen zu haben. Diese Hilfe möchte ich weitergeben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschichte einer meiner Näherinnen in der Türkei. Aus einem Ein-Frau-Betrieb hat sie in den letzten Jahren eine Näherei mit 400 Angestellten aufgebaut, und das nicht zuletzt durch unsere Aufträge. Das macht mich glücklich. Auch soll mein neuer Store kein reiner Verkaufsstandort sein, sondern vielmehr eine Begegnungsstätte, in der sich Frauen zum Austausch, zu Einkleide-Events oder zu Lesungen treffen. Und auch wenn es ihnen mal nicht so gut geht, sind sie herzlich willkommen.

 

Um Frauen in schwierigen Situationen zu helfen, gründen Sie gerade Ihre United Women Foundation. Wie sieht diese Hilfe aus?

Auch starke, erfolgreiche Frauen können in ihren Partnerschaften in Situationen geraten, in denen sie keinen Ausweg mehr sehen. Meistens sind es finanzielle Sorgen und die Angst vor der privaten und beruflichen Zukunft, die Frauen an diesen Beziehungen festhalten lassen. Deshalb helfen wir ihnen, nach einer Trennung wieder Fuß zu fassen. Mein größter Wunsch wäre es, schon bald eine internationale Stiftung mit vielen Unterstützern aufzubauen. Mitglied werden kann übrigens jeder. Einfach eine kurze E-Mail an uns schreiben und wir erklären dann alles Weitere.

 

Interview mit Jeanette Bojer

 

Käfer - Die Zeitung 3/2020

 

 

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