Land Rover

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Kategorie: ShowInSlider
Land Rover
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An der englischen Küche mögen sich die Geister scheiden. Die Automobilindustrie der Briten aber genießt uneingeschränkten Weltruf, und Ikonen wie Jaguar E Type, Austin Mini oder Rolls Royce Silver Shadow haben gar Fahrzeugklassen definiert. Über allen aber thront der Land Rover, auch Defender genannt.

 

Land Rover – das ist seit Jahrzehnten der Inbegriff von Abenteuer und Freiheit, von ‚Der Weg ist das Ziel‘ und ‚Kein Weg ist zu steinig‘. Und schon immer fährt ein Land Rover selbst dort noch weiter, wo andere längst aufgeben müssen. So entschied man sich bei Jaguar Land Rover, wie das heutige Mutterhaus der Marke Land Rover korrekt heißt, ausgewählte Testfahrer auf eine knapp 800 Kilometer lange, spektakuläre Fahrt durch Namibia einzuladen, um dem neuen Defender einen gebührenden Auftakt zu bescheren. Nur wenige tausend des insgesamt 45.000 Kilometer umfassenden Straßennetzes des Landes im Südosten Afrikas sind asphaltiert, aber selbst von diesen Asphalthäppchen dürften die privilegierten Defender-Tester kaum welche unter sich gespürt haben. Wie schrieb „Auto Bild Allrad“ doch gerade erst treffend: „Wenn Land Rover nach 70 Jahren die Wiedergeburt einer Legende inszeniert, dann tun es die Briten natürlich nicht irgendwo, sondern im Nirgendwo.“ So wähnte sich der Kollege in einer Art Neuauflage der „Camel Trophy“, die legendäre Rallye, die einst von der gleichnamigen Zigarettenmarke mit dem Kamel im Logo ausgerichtet wurde. Das Bemühen der Land-Rover-Crew um Authentizität ist allemal verständlich. Schließlich hat der Defender einen Ruf zu verlieren, den als DAS Geländeauto überhaupt. Dabei konnte 1948, als die heute längst verblichene Marke Rover mit dem Land Rover ihren ersten Geländewagen vorstellte, wohl kaum einer ahnen, dass sich aus diesem spartanischen, für die Landschaft entwickelten Fahrzeug, später eine eigenständige Marke mit einer ganzen Fahrzeugfamilie entwickeln sollte.

 

Weit über die Grenzen des britischen Königsreich hinaus bekannt wurde das Auto Ende der 1960er-Jahre ausgerechnet durch eine US-Produktion. Die TV-Serie „Daktari“ um einen Tierarzt, der im afrikanischen Dschungel immer wieder in spannende Abenteuer verwickelt wird, steigerte die Popularität des Land Rover enorm, der auch in Hollywood-Afrika das Fahrzeug der Wahl war. Einen weiteren Popularitätsschub gab es, als der englische Spielzeugauto-Hersteller Corgi Toys „Daktari“-Sondereditionen seines Land-Rover Miniaturmodells auf den Markt brachte. Erst als Land Rover, jetzt längst eine Marke, das Portfolio mit dem Discovery um ein zweites Modell erweiterte, erhielt der „Landy“, wie die Fans ihr Traumauto seit Jahrzehnten rufen, einen eigenständigen Namen, Defender. Was uns zurückbringt zum brandneuen Defender und zur spektakulären Modellvorstellung in Namibia. Der Defender anno 2020 ist eine komplette Neukonstruktion und hat mit seinem Vorgänger technisch nichts mehr gemein. Der „Landy“ ist angekommen im digitalen Zeitalter und ausgestattet mit allem, was diese Zeit hergibt, mit Vollvernetzung, Fahrprogrammen, Rundum- Kamera-System, 10-Zoll-Touchscreen, serienmäßigem 180-Watt-Soundsystem mit sechs Lautsprechern, ventilierten Sitzen usw. Was ihn aber erst für „Stirb langsam“-Fans begehrenswert macht ist, dass Designer und Ingenieure den schwierigen Spagat zwischen dem rustikalen Charme des Urahnen und dem Hightech-Look der aktuellen Design- Linie des Hauses perfekt bewältigt haben.


Auf den ersten Blick ist das Auto einerseits zu identifizieren als echter Defender, andererseits aber auch als Mitglied der Fahrzeug-Familie aus dem Hause Jaguar Land Rover und passt sich so dem Erscheinungsbild der Discovery- bzw. Range-Rover-Baureihen an. Auch im Innenraum finden sich kleine Reminiszenzen an den Urahn, spartanische Ausstattung und Verzicht aber sind Begrifflichkeiten, die dem neuen Defender fremd sind. Dieses Auto hat nicht mehr nur das Zeug zum Expeditions-, sondern auch zum exklusiven Reisefahrzeug. Was nicht zuletzt damit zu tun hat, dass es nicht nur optisch, sondern auch technisch auf der Straße eine hervorragende Figur macht. Ob als Diesel mit 240 oder als Hybrid-Benziner mit 400 PS (die 100 km/h-Marke wird dann in nur 6,1 Sekunden erreicht) – der Defender taugt nun auch zum Kilometerfresser auf der Autobahn. Das macht ihn beinahe zur echten Alternative zu den Edel-SUVs manches Premium-Herstellers. Wobei ein Defender selbstverständlich niemals SUV genannt werden möchte! Schließlich gelingt es den meisten Fahrzeugen dieser Gattung ihren Besitzern allenfalls auf dem Waldweg zur noblen Jagdhütte so etwas wie einen Hauch von Abenteuer vorzugaukeln. Der Defender dagegen fühlt sich am wohlsten, wenn er seine Nehmerqualitäten auch unter Beweis stellen kann. Wie in Namibia, wo die kleine Defender-Flotte von den Journalisten regelrecht geprügelt wurde über Stock und Stein, durch Wüste und Wasserläufe. Apropos Wasser: 900 mm Wattiefe weist der Brite nun auf, was fast doppelt so viel ist wie beim Vorgänger (500 mm). Mehr schafft aktuell nur der Mercedes G 500 4x4 mit 1.000 mm.

 

All diese Belastungen hätten die „Landys“ wohl nahezu klaglos weggesteckt, wäre nicht ausgerechnet der einzige Baumstumpf in der weiten Wüste von einem der Amateur-Rallye-Piloten übersehen worden. Letztlich aber war auch das nur eine Lappalie, die einen Defender mit Alu-Monocoque nicht stoppen kann (der übers Armaturenbrett verlaufende Querträger ist gar aus Magnesium), sondern nur noch authentischer macht als Gipfel- und Schluchtenstürmer. Den Defender gibt es, wie gehabt, mit drei oder fünf Türen, bei knapp 50.000 € fängt das Abenteuer an, man kann aber auch bis zu 110.000 € investieren. Dafür bekommt man die absolute Topversion, ausgestattet mit feinstem Leder, Luftionisierung, einem ganzen Paket an Fahrassistenten und allerlei weiterem Zipp und Zapp. Übrigens: Auch 007 hat den Defender schon getestet und natürlich für sehr gut befunden, zu sehen demnächst im neuen James Bond, „Keine Zeit zu sterben“.

 

Von Andreas Kötter

 

Käfer - Die Zeitung 3/2020

 

 

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