Harley Davidson

Harley Davidson/©Ben Campbell

LiveWire

Elektromotor

Harley Davidson
House of Flames
Zamdorfer Straße 20
81667 München
Tel. 089/9292800
 
www.house-of-fl ames.com
www.harley-davidson.com
 

 

Harley-Davidson, diese uramerikanische Marke, steht gemeinhin für das, was gerne als „Motorrad für den ganzen Kerl“ bezeichnet wird. Harleys, das sind schwere Maschinen mit den unvergleichlichen V2-Motoren, die – gefühlt – seit der Steinzeit des Motorradbaus nach ein und demselben Strickmuster gebaut werden. Was aber bedeutet es, wenn unter all den klassischen Motorradherstellern amerikanischer, britischer, italienischer oder japanischer Provenienz ausgerechnet Harley- Davidson mit der Live Wire ein Bike mit Elektromotor anbietet, das so gar nicht nach einer Harley (aber trotzdem gut) aussieht? „Wenn sich ein so der Tradition verhafteter Hersteller, der nichts anderes kennt als den V2-Verbrenner, ausgerechnet an den Elektromotor als Antrieb wagt, dann ist das mehr als nur ein Ausrufezeichen“, sagt Michael Lenzen. „Ob freiwillig oder aus der Not geboren, weil Harley allmählich die Klientel wegstirbt und man zudem mit Indian Motorcycle erstmals seit langer Zeit wieder massive Konkurrenz im eigenen Land hat – das ist tatsächlich ein Weckruf für die gesamte Motorradbranche“, so der Motorradexperte des Bundesverbands der Motorradfahrer. Sogar der Allgemeine Deutsche Automobil-Club wundert sich.

 

Harley-Davidson! Ausgerechnet die Amerikaner, deren Image auf Big Bikes im Retro-Style mit großvolumigen Verbrennungsmotoren beruht, wollen beim Thema lokal emissionsfreie Mobilität durchstarten.“ Die Live Wire sei ein Motorrad, wie es die Welt noch nicht gesehen habe und das wirke, als sei es aus einem Science-Fiction-Film gefahren, so der ADAC auf seiner Homepage. Lenzen wiederum erzählt von einem begeisterten Verbandskollegen, der die Live Wire bereits gefahren habe. „Bei allem, was ich gehört habe, darf man davon ausgehen, dass die Live Wire das erste echte Sport-Motorrad von Harley-Davidson ist. Das betrifft nicht nur den Motor – der war bei Harley schon immer bärenstark –, sondern gerade auch das Fahrwerk und die Bremsen.“ Für Harley-Davidson sei dieses Motorrad eine völlig neue Dimension, lautet sein Fazit. Die bisherigen Tests der Fachpresse bestätigen das.

 

„Unvergleichlich ist die Art und Weise, wie die Starkstrom-Harley aus dem Stand loslegt. Ohne jede Verzögerung schnellt sie mit maximalem Drehmoment von dannen wie ein Düsenjäger, aber absolut mühelos“, schreibt der ADAC. Und „Motorrad“ bescheinigt der Live Wire: „Wer Wind am Gasgriff sät, erntet Sturm.“ Zudem lobt das Blatt die besonders feinen Zutaten, die Harley dem ersten E-Bike des Hauses spendiert hat: „Brembo Monobloc-Zangen, voll einstellbare Showa-Federelemente, hochaufl ösendes Farb-TFT mit Touchscreen, dazu noch modernste Elektronik mit verstellbarer Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle, ABS und Fahrmodi, dank 6-Achsen-IMU sogar alles schräglagensensitiv.“ Und selbst die Reichweite scheint okay. Zwar sind die von Harley genannten bis zu knapp 240 km im reinen Stadtbetrieb noch wohl eher Zukunftsmusik. Gut 160 km aber seien machbar, so „Motorrad“. All das hat allerdings seinen Preis. Mindestens 32.995 Euro verlangen die Amerikaner für die spektakuläre Live Wire.

 

Von Andreas Kötter

 

Käfer - Die Zeitung 2/2020

 

 

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