Really Alpine

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Mit der aktuellen A110 hat die Renault-Tochter Alpine die eigene Geschichte lebendig gemacht. Der wunderschöne Zweisitzer atmet den Geist der gleichnamigen Rallye-Ikone aus den 1960er- und 1970er-Jahren.

 

Das Verführerischste, was Frankreich seit langem zu bieten hat“ (Welt), „Schnell, athletisch, wunderschön (Autozeitung), „Mademoiselle lässt es wieder fliegen“ (Frankfurter Rundschau) – das sind nur drei Beispiele für einen ganzen Kanon an Lobgesängen, wie sie der Alpine A110 seit ihrer Wiedergeburt im Jahr 2017 huldigen. Das ist nicht selbstverständlich. Mal zeigten die Versuche anderer Hersteller, einen Klassiker der eigenen Geschichte im Retro-Gewand, aber mit moderner Technik auf die Straße zurückzubringen, mehr (BMW Mini), mal deutlich weniger Erfolg (VW Beetle). Keiner Marke vor Alpine aber ist es bisher gelungen, einerseits dem Geist des Ahnen zu huldigen, andererseits die Anforderungen zu erfüllen, die das 21. Jahrhundert an ein Auto stellt. Die klassische Alpine A110 war in den 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre nicht irgendein Sportwagen. Vielmehr war die Berlinette, wie die A110 auch gerufen wird, einer der besten Sportler überhaupt und brachte es in nur wenigen Jahren zu einer der großen automobilen Ikonen des Rallye-Motorsports. So gelang u.a. bei der legendären Rallye Monte Carlo gleich zweimal, 1971 und 1973, der größtmögliche Triumph, als jeweils die drei ersten Plätze herausgefahren wurden.

 

Begonnen aber hatte alles ganz klein, im französischen Dieppe. In dem Städtchen in der Normandie gründete der französische Rennfahrer, Konstrukteur und Autobauer Jean Rédélé 1955 die Sportwagenmarke Alpine, deren bis heute bekanntestes Modell eben jene von 1961 bis 1977 gebaute A110 ist. 1973 übernahm Renault die Aktienmehrheit bei Alpine, seit 2014 ist der Renault-Konzern nach einer zwischenzeitlichen Kooperation mit der englischen Sportwagenmarke Caterham Cars wieder alleiniger Besitzer der Marke. Aber auch wenn in der Vergangenheit stets von Renault Alpine die Rede war, „sprechen wir heute nur noch von der Marke Alpine“, sagt Patrick Marinoff im Gespräch mit der Käfer Zeitung. Eine klare Markentrennung sei der Schlüssel zum langfristigen Erfolg, so der Alpine Managing Director. Dass nur die A110 (und nicht etwa spätere Modelle wie A310 oder A610) für eine Wiederbelebung der Marke infrage kommen würde, das war wohl recht schnell klar. Man habe mit ehemaligen Alpine-Mitarbeitern, die zum Teil noch mit Jean Rédélé zusammengearbeitet hatten, ehemaligen Alpine-Rennfahrern und Sammlern gesprochen“, erzählt Marinoff. „Und die Antworten, die wir erhielten, waren einstimmig: Die A110 ist das Modell, das den alpinen Geist am besten verkörperte.“ Ein Geist, der auch in der heutigen Zeit seine Berechtigung hat.

 

Neben Autos für die breite Masse, die vollgepackt sind mit Elektronik und schwerer und schwerer werden, gibt es eine durchaus wachsende Fahrer-Klientel, die ein ursprünglicheres Fahrerlebnis suchen. Eines, das durchaus auch mal Selbstzweck sein darf, frei nach dem Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“. „Für uns war es entscheidend, beim Relaunch unserer Marke tief in unsere Wurzeln zu blicken, um ein Produkt zu entwickeln, das den zeitlosen Prinzipien von Alpine – Leichtigkeit und Agilität zugunsten des Fahrvergnügens – treu bleibt“, bestätigt der Alpine-Chef. Man sei der Meinung, dass die A110 ein einzigartiges Fahrerlebnis biete, wisse jedoch auch, dass man in dieser Produktkategorie mit renommierten zweisitzigen Sportmarken aus Großbritannien und Deutschland konkurriere. Und wie die A110 konkurriert! Zwar weist der 1,25 Meter hohe und damit sehr flache Renner in der zunächst auf den Markt gekommenen Variante „nur“ 252 PS auf (dennoch sprintet die A110 in nur 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h). In Vergleichstests aber hat die A110 deutlich stärkere Konkurrenten wie den Porsche 718 Cayman oder den Jaguar F-Type auch dank ihres exzellenten Leistungsgewicht (vollgetankt: 1.106 kg) hinter sich lassen können. „Die Dame aus Dieppe ist ein großer Wurf in Sachen Dynamik, Fahrwerk und Antrieb, ein Stimmungsaufheller par excellence“, schreibt etwa die Autozeitung. Und Auto Bild nennt die A110 gar „eine Art Erweckungserlebnis und so erfrischend wie ein doppelter Espresso“. Sie sei ganz ihrer Tradition verpflichtet, und „mehr wie ein Rallyeauto als ein Fahrzeug für den öffentlichen Straßenverkehr“, so das Blatt.

 

Was allerdings ein unscharfes Bild von der A110 zeichnet. Denn trotz aller Emotionalität und Sportlichkeit, die „die blaue Flunder“ (Blau ist die angestammte Markenfarbe) auszeichnet, ist der Mittelmotorsportler durchaus alltagstauglich. Dank hervorragender Sportsitze, eines optisch wie funktional überzeugenden Cockpits und im Normalmodus nicht nur für einen reinrassigen Sportler durchaus feiner Manieren werden selbst Landstraßen unterer Ordnung nicht zur Tortur. Wer mit den zugegebenermaßen recht knapp bemessenen Gepäckfächern vorne (96 l) und hinten (100 l) leben kann, braucht also auch eine längere Tour nicht zu fürchten. Der Focus attestiert selbst der kürzlich erschienen „S“-Modellvariante, die 40 PS mehr aufweist und noch einmal deutlicher auf Sportlichkeit, ja gar auf Track Use ausgelegt ist, eine „frappierend gute Alltagstauglichkeit“. So ist die A110 einerseits ein Auto zum Verlieben, fährt andererseits aber ganz auf der Höhe der Zeit. Ein wahres Traumauto also, und auch ein ziemlich Vernünftiges. Damit ist Alpine beinahe so etwas wie die Quadratur des Kreises gelungen.

 

Von Andreas Kötter

 

Käfer - Die Zeitung 1/2020

 

 

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