Mit Herz, Hand und K(n)öpfchen

Geschäftsführer Johan Conze und Friedrich Assmann

Manschettenknopf-Lilie-Rosegold

Geldscheinklammer-Polo

Knöpfe Silber

Manschettenknopf Mammut

Schnur mit Patrone - Armband

Vorabpoliererei

Manufaktur Deumer
Gartenstraße 5-9
58511 Lüdenscheid
 
www.deumer.de

 

Ob Mammutzahn, Patronenhülse oder Coca-Cola-Glas: Die Lüdenscheider Manufaktur Deumer verwandelt ausgefallene Materialien in elegante Manschettenknöpfe. Und in vieles mehr.

 

Die Perlenkette, das kleine Schwarze oder der Duft Chanel N° 5 ... sie alle dürfen sich Klassiker nennen. Schließlich haben sie Modetrends, Generationen und Jahrzehnte überdauert. Fragt man Johan Conze, gehört in diese Reihe auch der Manschettenknopf, den die Lüdenscheider Manufaktur Deumer in hochwertiger Handarbeit fertigt. Conze verantwortet den Familienbetrieb seit den 1990er-Jahren gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich Assmann. Gegründet wurde er 1863 von Wilhelm Deumer als Schmiedewarenfabrik, in der in den ersten Jahren nur Abzeichen und Orden gefertigt wurden. Für modischen Schnickschnack, vor allem an Männern, hatte die breite Masse damals wenig übrig. Das änderte sich Ende des 19. Jahrhunderts mit dem britischen König Edward VII., der bei öffentlichen Auftritten gerne bunte Fabergé-Steine an den Manschetten trug und diese Art von Schmuck dadurch populär machte. Begeistert vom eduardischen Stil war auch Wilhelm Conze, der Deumer 1905 vom kinderlosen Sohn des Gründers übernahm. Er modernisierte die Fabrik, investierte in die handwerkliche Ausbildung und schuf die Abteilung Herrenaccessoires. Von da an brachte er jedes Jahr eine neue Kollektion mit Manschettenknöpfen, Geldscheinklammern und Krawattennadeln heraus.

 

Dem Innovationsgeist und den hohen handwerklichen Standards fühlen sich seine Nachkommen bis heute verpflichtet. Nach wie vor wird in den historischen Gebäuden im Sauerland in aufwändiger Handarbeit graviert, geprägt, emailliert, gelötet, poliert und galvanisiert – mittlerweile auch Schlüsselanhänger und Damenschmuck, wenn auch mit bis zu 400 Paar im Monat nach wie vor hauptsächlich Manschettenknöpfe. Etwa drei Tage Arbeit stecken durchschnittlich in einem Paar, je nach Raffinesse etwas mehr oder weniger. Zur Oktoberfest-Zeit sind die bayerischen Rauten besonders beliebt, die man in München z. B. bei Lodenfrey und Manufactum kaufen kann. Eckig oder rund, in Silber, Rosé vergoldet oder Gold, mit Schmuckstein oder ohne, sogar Modelle mit einer Einlage aus Mammutzahn oder Sauerländer Schiefer hat die Manufaktur fest im Sortiment. Dazu kommen individuelle Sonderanfertigungen für Privatkunden und Firmen. Eines der spannendsten Projekte war für den 58-jährigen Johan Conze die Zusammenarbeit mit Coca-Cola vor vier Jahren. Zum 100. Jubiläum der Konturflaschen hat Deumer das unverwechselbare grünliche Glas in Würfel geschnitten und in Silber eingefasst – ein ausgefallenes Give-away und etwas anderes als der übliche Kugelschreiber mit Firmenlogo.

 

Auch Halbleiter, die man sich vorstellen kann wie die Chips auf SIM-Karten, hat man schon zu schmückenden Elementen an Hemdsärmeln verarbeitet. Umgesetzt wird, was mit dem 25-köpfigen Team und den vorhandenen Maschinen machbar ist und was zur Philosophie von Deumer passt. Klassische Motive, die passen ausgezeichnet. So gibt es Kollektionen zum Thema Polo, Billard und Jagd, Letztere in Form von Patronenhülsen. Wer sich nicht (nur) die Trophäe an die Wand hängen möchte, kann sogar die selbst verschossene Hülse ins Sauerland schicken und sich daraus Armband, Ohrring oder Knopf machen lassen. Stylingtipps vom Profi? „Knoten gehen immer“, schmunzelt Conze, der selbst am liebsten den maritimen Klassiker von Deumer trägt. „Silber ist tagsüber ideal und je schlichter das Design, desto vielseitiger ist es. Am Abend darf es gerne Gold sein.“ Ansonsten eignet sich das kleine Detail an der Manschette gerade dafür, Vorlieben und Geschmack zum Ausdruck zu bringen und z. B. dem Businessoutfit einen individuellen Touch zu verleihen. Oft werden die Knöpfe an Sohn oder Enkel weitergegeben, sind Erbstück, Präsent oder Erinnerung an bedeutende Momente im Leben. Für Johan Conze ist es auch nach 27 Jahren immer noch faszinierend, langlebige Produkte zu kreieren, die den Geschmack von Generationen und den Massenkonsum überdauern.

 

Von Theresa Wiediger 

 

Käfer Die Zeitung - Ausgabe 4/2019

 

 

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