Bella Cucina

Küche Dolce Stil Novo

Malerarbeiten

Kühlschrank Dolce & Gabbana/©Mauro Smeg

Küche in Weiß

Geschäftsführer Vittorio Bertazzoni

Ofen/©Mauro Smeg

Espressomaschine/©Mauro Smeg

Wasserkocher/©Armin Zogbaum

Kühlschrank Smeg 500

Smeg Küchenstudio München
Hans-Sachs-Str. 22
80469 München
Tel. 089/45248473
 
www.smegmuenchen.de

 

Während man Franzosen schlechthin eine höhere kulinarische Kompetenz unterstellt als uns sparfüchsigen Mitteleuropäern, verbindet man mit unseren italienischen Freunden – neben dem Hang zum Genuss – schon immer eine Vorliebe für Design, für die schöne Gestaltung, für „bella figura“ bei Mensch und Maschine. Bittersüße Erinnerungen: Eine kurze Fahrt über den Brenner und alles sah irgendwie ästhetischer aus. Man schluckte kurz, dann freute man sich und tauchte hinein. Und konnte man sich das Heim mit etwas italienischer Grazie verschönern: umso besser. Tägliche Lichtblicke. Italienische Designmarken standen lange dafür, gerade wenn es um Produktdesign rund um Haushalt und Küche oder auch um Leuchten ging. Dann machte Smeg einen Kühlschrank zum Mythos. Einen Kühlschrank! Das war ein Statement, denn ein Kühlschrank, das war eher ein Stück teutonische Technik als ein Liebhaberobjekt. Doch langsam, aber sicher bahnte sich das Familienunternehmen aus Guastalla in der Emilia-Romagna den Weg in die Herzen nördlich der Alpen, denn Smeg-Produkte sind nicht nur schön, sie funktionieren auch richtig gut. Mittlerweile gibt es auch ein Smeg-Küchenstudio in München, ein Paradies des guten Geschmacks. Doch wofür steht Smeg eigentlich heute? Für Designikonen? Für Haushaltsgeräte? Für Küchentechnik? Na ja, eigentlich für alles zusammen. Und das hat eine Geschichte …

 

1948 gründet Vittorio Bertazzoni in Guastalla den Küchengerätehersteller Smeg, der bis heute in dritter Generation in Familienbesitz ist und ausschließlich in Italien produziert. Die Bertazzonis kommen ursprünglich aus dem Schmiedehandwerk und so ist „Smeg“ ein Akronym für „Smalterie Metallurgiche Emiliane Guastalla“, also für ein Metall- und Emaillierwerk in Guastalla. Aus den Schmieden wurden findige Hersteller von Standherden und Backöfen. Und als in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts Frauen zunehmend erwerbstätig wurden und sich die familiären Abläufe änderten, feierte Smeg in den 1960er- und 1970er-Jahren in Italien große Erfolge mit modernen Waschmaschinen und Geschirrspülern. In den 1980er-Jahren begann das Unternehmen die Zusammenarbeit mit berühmten italienischen Architekten, womit eine internationale Erfolgsgeschichte ihren Anfang nahm. 1985 entwirft Guido Canal die Classici-Designlinie für Backöfen und Kochfelder. Eine derart zeitlos gelungene Gestaltung, dass sie auch heute noch modern und frisch wirkt. Und mit jenem genau dosierten Maß an Charme und Eleganz in den Details: typisch italienisches Design, gekonnt und souverän. Kein Wunder, dass diese Linie zum Dauerbrenner im Smeg-Programm avancierte und es auch heute noch ist.

 

In Folge dessen hinterließen auch die heutigen Architektur-Weltstars Mario Bellini und Renzo Piano ihre Handschrift im Smeg-Produktportfolio. Doch es war Canali, der Urvater des Smeg-Designerfolgs, der 2002 den ikonischen Smeg-Firmenhauptsitz in Guastalla entwarf. Fünf Jahre zuvor hatte Smeg jenes Produkt auf den Markt gebracht, mit dem man die Marke bis heute am meisten verbindet: die farbigen Kühlschränke im Stil der 1950er-Jahre, die Smeg FAB- Familie. Für viele ein echtes Sehnsuchtsprodukt, für Smeg und die Familie Bertazzoni der Startschuss zu einer ganzen Reihe von Küchengeräten und Produktinnovationen, die Smeg zu einer der bekanntesten internationalen Designmarken und zu einem ruhmreichen Vertreter der „Made in Italy“-Philosophie machte. Auch davon genährt, dass das Unternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten jeden renommierten Designaward gleich mehrfach gewann. Dafür blickte man auch über die Grenzen der bisherigen einheimischen Architekten-Partnerschaften hinaus, verpflichtete 2008 mit Marc Newson einen australischen Designstar oder ging 2012 eine Partnerschaft mit dem Designbüro Italia Independent des Fiat-Erben Lapo Elkann ein. Aus dieser Verschmelzung mit dem anderen großen italienischen Herzensthema, dem Automobildesign, entstand der Smeg500. Eine Lifestyle-Kühlvitrine, die wie eine Truhe von oben gefüllt und gelehrt wird, weil sie sich in der Front eines originalgetreuen Fiat 500 befindet.

 

Der Preis dieser außergewöhnlichen Kühlvitrine, die aus den original Blechwerkzeugen des Cinquecento aus den 1950er-Jahren gefertigt wird, ist zwar nicht fünfstellig, aber auch nicht weit davon entfernt. Doch echten Fans des italienischen Kult-Autos und der Marke Smeg entlockt dies wahrscheinlich nicht mehr als ein Achselzucken. Ein Exemplar ist übrigens im Smeg Küchenstudio München zu bestaunen, wo es sich die Aufmerksamkeit jedoch mit einem sehr speziellen Einzelstück teilen muss, einem echten Kunstobjekt: dem Kühlschrank im Design von Dolce & Gabbana, womit das dritte italienische Design-Steckenpferd mit im Boot ist. Diese Modeheroen verwandelten 100 FAB28-Kühlschränke in handbemalte Kunstwerke. Jedes individuell, jedes ein Unikat, jedes über 30.000 Euro wert – wenn man das Glück hat, eines zu bekommen. Dass es auch eine Nummer kleiner geht und dass eine so kraftvolle Gestaltung auch im handlichen Format die Herzen erobert, zeigen Smeg und Dolce & Gabbana mit der Kleingeräte- Serie „Sicily is my love“, die Espresso- und Küchenmaschine, Wasserkocher, Toaster, Zitruspresse, Entsafter und Standmixer umfasst. Jedes Design ist eine Hommage an Sizilien mit einer eigenen Geschichte und unweigerlich ein Blickfang.

 

Es wäre nicht verwunderlich, wenn mancher die Gestaltung der restlichen Küche darauf abstimmen würde, um diesen Design-Leuchttürmen die Bühne zu bereiten.Im Münchener Smeg Küchenstudio ist es Studioleiter Theo Askaridis bereits gewohnt, dass die Küchenplanung nicht selten beim frei stehenden FAB-Kühlschrank beginnt und um diesen dann Stück für Stück herum gebaut wird. Dazu passen Designlinien wie Portofino oder Victoria, die geradezu Herzenswärme verströmen. Doch auch die modernen Linien wie die genannte Classici, die ebenso zeitlos-elegante Linea-Designlinie oder zuletzt Dolce Stil Novo vergessen nicht, dass die Küche immer auch ein Treffpunkt und Entspannungsort ist. Anders als so manche italienische oder deutsche Edelmarke übertreiben es Smeg-Küchen deshalb nie mit ihrem Purismus, der bei allem Designanspruch auch schnell mal ins Kühle kippen kann. Eine ebenso faszinierende Idee wäre es übrigens, eine neue Küche um ein Smeg-Kochzentrum zu planen. Ein Smeg-Kochzentrum ist ein ziemlich großer Standherd als Solitär mit bis zu sechs Kochfeldern, einer Abzugshaube oben darüber und einem oder meist mehreren Backöfen darunter. In Zeiten moderner Backofen-Einbauten auf Augenhöhe mag das ein Anachronismus sein, aber das ist ja gerade das Schöne.

 

Dieser Herd ist ein Fixpunkt, sprichwörtlich ein Zentrum, hier kocht man zusammen und selten allein. Ja, ein Smeg-Standherd erinnert den Nostalgiker an knisternde Holzöfen in Bauernstuben und den Gourmet an Profiküchen. Aber alle zusammen erinnert er daran, dass eine Küche ein Gemeinschaftsgefühl erzeugen kann. Technisch ist hier natürlich auch Induktion möglich, aber am besten passen dazu – gerne auch teilweise – Gas-Kochfelder, für die Smeg als durch und durch italienische Firma eine bemerkenswerte Kompetenz besitzt: Die titaniumbeschichteten Topfträger sind kleine Kunstwerke mit Motiven aus Flora und Fauna. Die innovativen Superblitzbrenner oder die neuen patentierten Blade-Flame-Brenner, deren hocheffizienter Flammenring die erzeugte Hitze mit ge ringsten Wärmeverlusten direkt nach oben abgibt, sind echte Kraftwerke, mit denen es sich ebenso spielerisch wie exakt kochen lässt. Wer mag, ergänzt sich seine Gaskochstellen mit einer Teppanyaki- oder Barbecue-Grillplatte aus Gusseisen und schafft sich so noch mehr kulinarische Vielfalt. Doch eine Smeg-Küche ist nicht zwangsläufig eine schwärmerische Reise in die Nostalgie, vor allem nicht nur. Neben den modernen Designlinien und zeitgemäßen Komfort-Ausstattungselementen wie Einbau-Kaffeevollautomaten oder Weinschränken haben die Italiener auch Innovationen im Programm, falls es noch ein bisschen futuristischer sein darf. Der Blast Chiller ist ein Kuriosum, eine Kreuzung aus Kühlschrank und Backofen.

 

Innerhalb von nur 90 Minuten kann er Lebensmittel von Kochtemperatur auf +3 Grad abkühlen und verlängert damit deren Haltbarkeit um 70 Prozent. Weinflaschen kühlt er um ein Grad pro Minute, spart damit Zeit, schafft Platz im Kühlschrank und Raum für Spontanität. Andererseits: Erwärmen kann er natürlich auch. Er lässt sich (auch über Nacht) perfekt für die dreistufige Teigführung programmieren, taut Tiefgefrorenes in Rekordzeit und dennoch gleichmäßig und ohne Feuchtigkeitsverlust und Überhitzung auf. Und wenn es abends mal schnell gehen muss, hält er das Lieblingsgericht den ganzen Tag über auf Kühlschranktemperatur, um es beim Nachhausekommen zum programmierten Zeitpunkt fertig gegart zu haben. Am besten kombiniert man ihn mit seiner kleinen Schwester, der Smeg-Vakuumierschublade. Gemeinsam haben die beiden exakt die Front und das Volumen eines Backofens. Auch wenn bei Smeg auf den ersten Blick das Design im Mittelpunkt steht, so ist es doch kein Zufall, dass das Münchner Smeg Küchenstudio von einem Schreinermeister geführt wird. Theo Askaridis hat mehr als 30 Jahre Erfahrung darin, aus Küchenträumen lang anhaltende Freude werden zu lassen. Und dazu zählt für ihn auch, dass die Montagequalität stimmt und damit Haptik und Haltbarkeit. Weil Smeg nun mal ein italienisches Familienunternehmen ist. Und in einer Familie hält man, was man verspricht.

 

Von Frank Schoch

 

Käfer Die Zeitung - Ausgabe 3/2019

 

 

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