Wahre Bodenschätze - VIA Platten

VIA Platten
Mainzer Straße 33-35
55422 Bacharach
Tel. 06743/937080
 
www.viaplatten.de

 

In Bacharach am Rhein sitzt das Unternehmen VIA von Almut Lager und Norbert Kummermehr. Sie stellen Zementmosaik- und Terrazzoplatten her wie vor 150 Jahren. Und die wirken mal prächtig, mal verspielt, mal edel, mal modern, mal gemütlich. Aber immer besonders.


Almut Lager hatte schon immer ein Faible für Muster und Farben. Die Begeisterung für traditionelle Bodenplatten erwachte während ihrer Zeit in Barcelona. Dorthin zog es die Innenarchitektin nach dem Studium Mitte der 1990er-Jahre mit ihrem späteren Ehemann Norbert Kummermehr. „Unsere erste gemeinsame Wohnung dort? Die haben wir wegen der wunderschönen Bodenfliesen ausgewählt“, erzählt die Wahl-Rheinländerin.


Fasziniert von den herrschaftlichen Böden mit ihren farbenprächtigen Mosaikmustern in den Villen und Herrenhäusern der katalanischen Metropole, ließ sich Almut Lager immer mehr in deren Bann ziehen. Stundenlang fuhr sie mit dem Fahrrad durch die Viertel der Stadt, machte Zeichnungen, sammelte Muster, fotografierte, ließ sich von Concierges opulente Eingangshallen und Treppenhäuser zeigen und recherchierte so lange, bis sie in der Nähe Barcelonas in einer kleinen Manufaktur fündig wurde. Hier wurden noch in traditioneller Fertigung die Art von Mosaikplatten aus Zement hergestellt, die in Europa vor allem um die Jahrhundertwende populär waren. Almut Lager erlernte dort das Handwerk der „Mosaista“. „An den klassischen Bodenplatten beeindrucken mich vor allem das wertige Material mit seiner samtigen Oberfläche und die ausdrucksvollen Muster, die nach und nach und mit einer gewissen Patina immer besser zur Geltung kommen.“


Zurück in Deutschland nahm die Idee einer eigenen Zementmosaikplatten-Herstellung Gestalt an. Das junge Ehepaar ließ sich im Rheintal in Kaub nieder. Das warme Klima, die reizvolle Landschaft und das alte, zum Verkauf stehende Schiefermahlwerk direkt am Rhein machten die Entscheidung nicht schwer. Aus dem Schiefermahlwerk gestalteten sie sich ihr eigenes, mediterran anmutendes Herrenhaus als Rückzugsort für ihre mittlerweile 5-köpfige Familie. Und anfangs auch als Sitz von VIA Platten, der Firma, die die Kummermehrs Ende der 1990er-Jahre schließlich gründeten.


Der Name VIA mit seinem optisch schlichten, klassischen Schriftzug steht für die Verbindung von Tradition und Innovation, für Klasse und Bestand. „Wir machen Platten für die Ewigkeit“, erklärt Almut Lager, oder, wie ihr Vater mal bemerkte, VIA sei die Abkürzung für „Veritas in Amore“. Denn ohne eine große Portion „Amore“ und Passion wäre VIA nicht zu dem geworden, was es heute ist: eine weit über Deutschland hinaus bekannte Manufaktur für Zementmosaik-und Terrazzoplatten. Seit Kurzem ergänzt durch eine kleine Kollektion an VIA Wandfarben, die Almut Lager auf vielfachen Kundenwunsch realisierte. Vor einiger Zeit wurden die Firmenräume im Wohnhaus zu klein und das Unternehmen zog auf die gegenüberliegende Rheinseite nach Bacharach in eine ehemalige Sektkellerei. „Perfekt für uns. Ein elegantes Ambiente, viel Platz und in Sichtweite von unserem Zuhause“, freut sich Almut Lager. „Wir setzen ganz unkompliziert mit der Fähre über, das dauert nur ein paar Minuten.“


VIA Bodenplatten gibt es in über 600 verschiedenen Designs, mit Mustern von mediterran bis Jugendstil, von antik bis modern, von schlicht bis ornamental, von einfarbig bis ausdrucksstark und farbenfroh. „Wir lassen oft historische Muster in neuen Farbkombinationen wiederauferstehen“, erzählt die Inhaberin. „So werden die Designs auch für moderne Umgebungen kompatibel und versprühen dort ihren Charme.“ Stets werden neue Ideen der Inhaber, der Familie oder der Freunde umgesetzt. „Wir entscheiden aus dem Bauch heraus, was uns gefällt. Aber auch viele unserer Kunden kommen mit eigenen Wünschen, bringen uns Muster, die sie mal entdeckt haben und wir setzen sie um. Natürlich mit einer gewissen Wartezeit“, ergänzt Almut Lager.


Jede Zementmosaikplatte ist ein Unikat. Teilmanuell gefertigt mit der originalen Materialzusammensetzung aus dem 19. Jahrhundert: Marmormehl, Quarzsand, Zement und Farbpigmenten, die vermischt und gepresst werden. Durch diese Mischung ergibt sich die samtig weiche, pudrig-matte Oberfläche. Die Muster entstehen mithilfe von Schablonen, in die flüssige Farbpigmente gefüllt werden. Das Besondere: Die Platten werden nicht gebrannt, sondern mindestens zehn Wochen lang getrocknet. So kann es zu längeren Wartezeiten kommen, besonders für Sondereditionen. Durch die individuelle Fertigung können Farbe und Dicke leicht variieren. Die Plattendicke wird während der Verlegung ausgeglichen, die wunderbar changierenden Farben dagegen machen den Charme von Zementmosaikplatten erst aus. Nach dem Verlegen müssen die Fliesen einmalig imprägniert werden, da sie bis dahin offenporig und daher schmutz- und feuchtigkeitsempfindlich sind. Wie auch die VIA Terrazzoplatten, die ebenfalls traditionell aus einer Mischung aus eingefärbtem Zement mit farbigen Zusätzen hergestellt und gepresst werden. Die typische Oberflächenoptik wird hier durch anschließendes Schleifen erreicht.


Zu den Kunden des Unternehmens gehören Designer wie Philippe Starck, der erst kürzlich VIA Platten für sein Privathaus bestellte, Gastronomiebetriebe, Mode-Boutiquen, Hotels und selbst die Kirche. In München wurde etwa das Bistro im Hotel Sofitel Bayerpost mit den VIA Terrazzoplatten „Gaudi“ veredelt, in der Heilig-Geist-Kirche am Viktualienmarkt glänzt ein zweifarbiges Schachbrettmuster und im Restaurant „Theresa“ einer der Bestseller: das Modell „10700“ in harmonischem Grau-Grün mit geometrisch aufgebautem, floralem Muster. Auch das Modell „51073“ mit umlaufendem Randfries gehört zu den beliebtesten Modellen im Sortiment. Es ist eines der ältesten Designs in der Kollektion und zählt auch zu den persönlichen Favoriten von Almut Lager. Denn: Es ist das Muster der Bodenfliese aus der ersten gemeinsamen Wohnung der Kummermehrs in Barcelona und ziert jetzt das Wohnzimmer der Familie in Kaub.

 

 

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