Gran Turismo 2.0

Aston Martin DBS Superleggera

Innenraum

Felgen

Motor

Kofferraum

Von 0 auf 100 km/h in unter 3 Sekunden

Kategorie: ShowInSlider
AM Automobile GmbH
Aston Martin München
Moosacher Straße 56
80809 München
Tel. 089/264800710
 
www.astonmartin-muenchen.de

 

Wenn eine traditionsreiche englische Automarke ihrem neuen Top-Modell einen italienischen Beinamen gibt, dann sollte man sich in Maranello warm anziehen: Der Aston Martin DBS Superleggera setzt die neue Benchmark für Gran Turismos.

 

Es gibt Autos, die waren und sind so viel mehr als nur ein weiteres Gefährt mit vier Rädern. Citroëns 2CV, die „Ente“, ist ein solches Auto, der E-Type von Jaguar natürlich auch. Diese Autos sind Charaktere, fast wie Menschen, und sie umgibt eine Aura, die sich noch der großmäuligste PR-Stratege nicht hätte ausdenken können. Und ebenso selbstverständlich wie etwa der Audi 80, die blechgewordene deutsche Durchschnittlichkeit, niemals Platz finden würde in diesem Reigen, gehört der Aston Martin DB5 dazu. Der ist Mitte der 1960er-Jahre der heimliche Star in „Goldfinger“ und „Feuerball“ und ist dadurch bis heute das „James Bond“-Mobil schlechthin. Und auch später blieb 007 der Marke meist treu. Wenn auch seine späteren Dienstfahrzeuge, so der V8 Volante, der Vanquish oder der DB10, nicht den ikonografischen Charakter des DB5 aufweisen mögen – hinreißende automobile Entwürfe sind sie allemal.

 

Übertroffen aber werden sie nun von der neuesten Schöpfung aus dem Hause Aston Martin: Mit dem DBS Superleggera, seit Ende 2018 auf dem Markt, hat nun erstmals seit dem DB5 ein Gran Turismo aus der Schmiede in Gaydon in der Grafschaft Warwickshire wieder das Zeug zur Ikone, und das auch ohne die Unterstützung des bekanntesten Geheimagenten Ihrer Majestät. Wer sich nun zunächst einmal fragt, warum die Briten ihrer Kreation ausgerechnet einen italienischen Beinamen geben („Superleggera“ bedeutet so viel wie „Superleichtgewicht“, was aber angesichts von knapp zwei Tonnen Leergewicht wohl eher typisch britisches Understatement ist), der muss nur einen Blick nach Maranello werfen.

 

Dort haben die „Roten“ von Ferrari das Modell 812, ihre Vision des besten Gran Turismo aller Zeiten, mit „Superfast“ betitelt. Und das ist bekanntlich englisch. Übertrieben ist superschnell allerdings nicht. So weist der Ferrari mit 800 PS noch einmal deutlich mehr auf als der Aston Martin (725 PS) und beschleunigt noch besser als der Brite. Bloß: Wen (außerhalb des Rennsports) interessiert es tatsächlich, ob man die 100 km/h in knapp unter oder knapp über drei Sekunden erreicht?! Viel beeindruckender als ein solch kaum noch wahrzunehmender Unterschied ist dann das maximale Drehmoment eines Autos. Und hier lässt der, wenn auch nicht ganz so leichte Superleggera den superschnellen Ferrari mit 900 zu 718 Newtonmeter deutlich hinter sich und erweist sich als Gran Turismo 2.0.

 

So gewaltig geht das DBS-V12-Triebwerk zu Werke, dass man mit ihm wahrscheinlich selbst noch ein Kreuzfahrtschiff vorwärtsbewegen könnte. Aber britischer Humor beiseite und Drehmoment hin oder her. Was noch mehr zählt: Der DBS Superleggera ist eine Skulptur aus Blech, Carbon, Aluminium, Titan, Leder und – gegen Aufpreis – Gold, wie man sie im zeitgenössischen Automobilbau zurzeit kaum ein zweites Mal findet. Seine Erscheinung von betörender Eleganz und überbordender Kraft erinnert in ihrer Wirkung an die klassischer Männer-Statuen aus der Antike (was wiederum die Italiener ärgern dürfte). Dass so etwas in Zeiten des Windkanals noch möglich ist, dafür sollte man Marek Reichmann, dem Designer des DBS Superleggera, höchsten Respekt zollen.

 

Bleibt die Frage, ob das Interieur da mit dem Exterieur mithalten kann oder ob es heißen muss: „Außen hui, innen pfui? Nein. Keine Sorge. Das würde dem Gebotenen nun wirklich nicht gerecht. Carbon. Leder. Alu. Alles edel, alles geschmackvoll, wenn auch nicht immer mit der allerletzten Sorgfalt verarbeitet. Und dass man heute sogar in der Kompaktklasse verfügbare elektronische Helferlein beim Superleggera selbst für Geld, geschweige denn für gute Worte nicht bekommt – geschenkt. Der ohnehin an purem Fahrspaß interessierte Käufer dürfte das sogar eher als befreiend denn als Makel empfinden. Lediglich die Tatsache, dass man das Connect-System von Mercedes übernommen hat, mutet ein wenig enttäuschend an. Nicht, dass dieses System unbedingt schlecht wäre. Aber angesichts eines Kaufpreises von annähernd 280.000 Euro hätte man den Briten hier etwas mehr Fantasie und dem Superleggera etwas mehr Exklusivität gewünscht. Apropos Exklusivität: Wem ein normaler DBS Superleggera zu schnöde ist, der sollte einen Blick auf das rare Sondermodell der Baureihe, den DBS59, werfen.

 

Allerdings ist „rar“ hier kein Verkaufstrick, sondern bedeutet wirklich selten: Nur 24 Stück des DBS59 werden gebaut, und ob überhaupt noch ein Exemplar zum Verkauf steht, ist mehr als fraglich. Schließlich dürfte dieses Auto für wahre Fans der Marke wohl so eine Art Heiliger Gral sein, steht die „59“ doch für das Jahr 1959. Kenner wissen, dass Aston Martin damals nach vielen Jahren vergeblicher Versuche endlich die prestigeträchtigen „24 Stunden von Le Mans“ gewinnen konnte. Der DBS59, selbstverständlich im berühmten Aston Martin Racing Green, ist die Hommage an den Triumph in diesem wohl berühmtesten Langstreckenrennen aller Zeiten – was auch die Auflage von nur 24 Stück erklärt. Technisch unterscheidet sich der DBS59 zwar nicht vom DBS Superleggera, in Sachen Style und Styling aber hat er durchaus eine Reihe feiner Extras zu bieten. Extras, von denen die im Preis enthaltenen DBS59-Helme, -Rennanzüge und -Handschuhe, die den Originalen der damaligen Piloten nachempfunden sind, den Höhepunkt liebenswertester Detailtreue ausmachen. Apropos Preis: Der bleibt, ganz im Sinne von 007, ein gut gehütetes Geheimnis. Nur so viel ist bekannt: Er soll den des Superleggera deutlich übertreffen.


Von Andreas Kötter

 

Käfer - Die Zeitung 2/2019

 

 

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