Luxus-Latten

Oro-Nero Special Edition

Geschäftsführer Andreas Pichler

Fertigung

Ski-Box für den Rolls-Royce Cullinan

Ski-Box für den Rolls-Royce Cullinan

Jackie Chan Special Edition

Bindung Oro-Nero Special Edition

Skitasche Oro-Nero Special Edition

Stöcke Oro-Nero Specual Edition

 

Ein Preis von 50.000 Euro, die Oberfläche aus Rosenholz oder Mooreiche und veredelt mit 14 Karat Gold: Die Rede ist nicht etwa von der neuesten Schweizer Prestige-Uhr oder der Innenausstattung einer Nobelkarosse, sondern von einem Ski. Foil nennt sich die italienische Manufaktur, die die wohl erlesensten Bretter der Welt auf Maß fertigt.

 

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte von Foil Ski vor über zehn Jahren mit dem italienischen Freerider Alessandro Marchi. Seine Leidenschaft für den Skisport, die Natur und Bewegung inspirierten ihn dazu, einen Ski zu entwickeln, der perfekt auf seinen Besitzer abgestimmt ist, mit größter Leichtigkeit über den Schnee gleitet und das Fahren so angenehm wie möglich macht. Für die handwerkliche Umsetzung kooperierte er mit einem befreundeten Skibauer, durch den wiederum der heutige Geschäftsführer Andreas Pichler auf das besondere Projekt aufmerksam wurde. Begeistert erzählte er seinem Freund Klaus Heidegger, einem der besten Riesenslalom- und Slalomweltläufer der 1970er-Jahre, davon. Die beiden Österreicher testeten den Ski und waren von seinen Fahreigenschaften derart überzeugt, dass sie beschlossen, ihn weiterzuentwickeln. Vor allem Andreas Pichler, der als Designer schon für Fender, Red Bull und Bogner gearbeitet hat, war es wichtig, das hoch funktionale Sportgerät auch künstlerisch zu veredeln. „Skifahren ist für mich ein Lebensgefühl und genau das soll auch unser Ski transportieren. Er soll ein Botschafter für luxuriösen alpinen Lifestyle sein“, erklärt er seinen Anspruch. Monatelang hatte er am perfekten Design gefeilt, nach hochwertigen Materialien und den richtigen Partnern gesucht und sie letztlich auch gefunden.

 

Als Grundlage dienen ein Holzkern aus weichem Blauglockenbaum oder härterer Esche, eine Oberfläche aus afrikanischem Rosenholz und ein Graphit-Belag. Mit dem „Riserva“ und dem breiteren „Classico“ gibt es zwei Ausgangsmodelle, die sich für jeden Skifahrer individuell spezifizieren lassen. Anhand eines Fragebogens werden vorab die allgemeine Fitness, der physische Status quo und der Fahrstil des späteren Besitzers eingeschätzt. Auch Körpereigenschaften wie Gewicht oder Größe und ob eine Vorliebe für präparierte Pisten oder Tiefschnee beachtet werden soll, sind wichtig für die Maßanfertigung. Diese findet zum größten Teil am Wörthersee in Kärnten statt. Hier werden mit dem Millimetermaß Breite und Länge ausgetüftelt, der Rohling gefräst und an Höhe, Seitenprofilen sowie Taillierung gefeilt. Jeder Ski besteht aus über 50 Einzelteilen, die zum Großteil in einer neunstündigen Verpressung zusammengefügt werden. Das Ergebnis wird genau temperiert ausgehärtet und anschließend über vier Stunden abgekühlt, bevor Kanten und Belag erst geschliffen, dann poliert werden. „Wir nehmen uns sehr viel Zeit für den Herstellungsprozess, weil wir dadurch sogenannte Dead Spots verhindern. Der Ski springt noch besser auf jede einzelne Bewegung an, ist sozusagen eine Verlängerung des eigenen Körpers“, beschreibt Andreas das Fahrgefühl. Außer in weißer, mokkafarbener und rötlicher Optik sind die Foil Ski auch in zwei limitierten Special Editions erhältlich.

 

Die Oberfläche des Modells „Oro-Nero“ ist aus über 8.000 Jahre alter Mooreiche gearbeitet, die aufgrund ihrer langen Lagerung in sumpfigen Gebieten tiefschwarz ist. Der „Oro-Amaranto“ entstand ursprünglich speziell für den Schauspieler Jackie Chan aus violettfarbenem Amaranth, einem der härtesten und widerstandsfähigsten Hölzer der Welt. Beide Editionen sind mit Bindungen aus 14 Karat Gold gefinisht. Je nach Wunsch kann die Bindung auch mit silbrig glänzendem Nickel, Rhuterium oder Rhodium plattiert werden. Das gleiche Material ist auch in den Stöcken verarbeitet, deren Griffe aus farblich abgestimmtem Leder handgenäht werden. Insgesamt stecken in jedem Paar Ski zwischen 80 und 100 Stunden Arbeit.

 

Für die angemessene Aufbewahrung sorgt eine Tasche aus toskanischem, pflanzlich gegerbtem Leder, die genau auf Ski und Stöcke zugeschnitten ist und in Mailand von Hand gefertigt wird. Auch für den Transport zur Piste haben sich Andreas Pichler und Klaus Heidegger etwas Besonderes einfallen lassen. So bieten sie seit zweieinhalb Jahren in Zusammenarbeit mit Rolls-Royce für einige Fahrzeugmodelle exklusive Dach- und Heckträger an. Für den brandneuen Cullinan, den ersten SUV des britischen Automobilherstellers, wurden sogar eigene Ski-Boxen entwickelt, die ebenso wie die Materialien des Sportgerätes exakt auf die luxuriöse Innenausstattung des Autos abgestimmt sind. Nur 30 bis 40 Paar Ski fertigt Foil jedes Jahr, die aber nicht nur an Endkunden verkauft werden, sondern zum Beispiel in ausgewählten Partner-Hotels wie dem Grandes Alpes oder den Six Senses Residences in Courchevel mit Betreuung durch einen Butler-Service zum Testen bereitstehen. Mit Polarführer Inge Solheim, Robert Francis Kennedy Jr. und Arnold Schwarzenegger standen auf den luxuriösen Brettern auch schon einige Berühmtheiten, die sich in einem einig sind: Foil Ski sind einfach einzigartig.

 

Von Theresa Wiediger

 

Käfer Die Zeitung - Ausgabe 5/2018

 

 

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