Saalfelden Leogang

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Wer seinen Winterurlaub im nördlichen Pinzgau verbringt, in der Region um die Stadt Saalfelden am Steinernen Meer und die Gemeinde Leogang, der entscheidet sich für Urlaub mit Charakter. Das darf man in Zeiten globaler Touristiktrends auch mal so offen sagen. Die Pinzgauer sind ein ebenso stolzes wie gewitztes Volk, das seinen vom Mittelbairischen abstammenden Dialekt sorgsam hegt und seine Kraft, niemals laut werden zu müssen. Doch das eigentliche Geheimnis, warum der Pinzgau für viele Stammgäste nicht einfach ein Geheimtipp, sondern eine Herzensangelegenheit geworden ist, ist neben der Schönheit der Landschaft der klare Charakter der Pinzgauer und ihre ebenso kluge wie charmante Fähigkeit, auf mehr als einem Bein zu stehen: die Bedürfnisse des ganzen Menschen zu sehen. Das gilt für Einheimische wie Gäste gleichermaßen.


Die meist familiengeführten Hotels der Region sind der Konkurrenz oft einen Schritt voraus. Ideen mit Substanz statt Glanz. Ob ein Spa im Wald oder konsequente Holzarchitektur: Die Hoteliers suchen nicht nach Trends, sondern vertrauen ihrem Gespür – und setzen damit welche. Ein schönes Beispiel ist auch die Pinzgauer Küche. Offen für die Moderne findet man in den Hotelküchen selbstverständlich internationale Einflüsse. In den Skihütten begegnet man auch allenthalben der beliebten Alpenknödelei. Aber die Pinzgauer Küche hat bis hoch zur Gourmetküche auch nie ihr traditionelles Rückgrat verloren. Schmackhafte, durchaus deftige Speisen, einfach in der Anmutung, aber häufig handwerklich aufwendig in der Zubereitung. Haben Sie schon mal die „Pinzgauer Blad’l“ probiert? Ein Teig aus Roggen- und Weizenmehl, in heißem Fett gebacken und danach mit Sauerkraut, Kartoffelsalat, Kohlrabi oder mit Kartoffelgröst'l gefüllt? Oder die geheimnisvollen „Nidai“? Gebratene Röllchen aus Kartoffelteig? Meist wird vom Grundteig gleich eine größere Portion gefertigt, denn viele Traditionsgerichte können leicht abgewandelt als herzhafte Hauptspeise oder als süße Nachspeise variiert werden. Nachhaltig war man hier immer schon.


Auch wenn es um die Freizeitaktivitäten geht, steht die Region Saalfelden Leogang nicht nur auf einem Bein. Gut, direkt vor der Haustür hat man den Einstieg in den Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn, mit 270 Pistenkilometern eines der größten und attraktivsten Skigebiete der Alpen. Aber Anfang 2017 eröffnete auch der Nordic Park Saalfelden, weil es eben immer mehr Menschen gibt, die eine langsamere Geschwindigkeit lieben. Rund um den malerischen Ritzensee warten Trainingsmöglichkeiten für Langläufer und Biathleten, Restaurants und Events und allerlei klassische Wintervergnügen wie Eislaufen oder Winterwandern am See.


Highlights des 150 Kilometer langen Loipen-Angebots sind die Kollingwald Loipe, die Rennloipe auf Weltklasse-Niveau oder die Flutlicht-Loipe direkt am Ritzensee für spätabendliches sportliches Wintervergnügen. Wer es rasanter mag, steuert gerne den Asitz in Saalfelden Leogang an, denn hier führt eine der längsten und schnellsten Stahlseilrutschen der Welt talwärts. Mit dem Flying Fox XXL schießen Adrenalinjunkies mit 130 km/h auf einem 1,6 km langen Stahlseil ins Tal. Etwas gemütlicher ist da die Rodelbahn am Asitz, zu der man bequem mit der Asitzbahn gelangt, dienstags und freitags auch bei Nacht. Beliebt ist auch die sechs Kilometer lange Naturrodelbahn am Biberg bei Saalfelden, ein Shuttleservice verkürzt den zweistündigen Aufstieg.


Zwischen sanften Grasbergen und den felsigen Formationen der Leoganger Steinberge und des Steinernen Meeres findet jeder seine Geschwindigkeit. Ob romantisch-gemütlich mit dem Pferdeschlitten, nostalgisch mit Schneeschuhen oder trendig auf einer Skitour, gerne auch mit einem örtlichen Guide: Diese Landschaft und ihre Menschen sind ein Kleinod, dem man sich kaum entziehen kann. Dass den Pinzgauern der berühmte Spagat zwischen Tradition und Moderne so unwiderstehlich gelingt, ist übrigens kein Marketinggerede. Fakt ist: Die Region Saalfelden Leogang hatte in den letzten Jahren als eine der ganz wenigen ländlichen Gegenden Österreichs ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Und wenn die Jugend bleibt, muss die Liebe groß sein!

 

Käfer - Die Zeitung 5/2017

 

 

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