McLaren 720S

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Man ahnt es bereits. Die Namenskürzel bei McLaren stehen für die PS-Zahl. 650 waren es beim Vorgänger 650S, 720, in Worten siebenhundertzwanzig Pferdestärken sind es nun, die der 720S auf die Straße bringt. Ein Wert, der das brandneue Geschoss aus der britischen Renn- und Sportwagenschmiede leistungsmäßig in derselben Liga spielen lässt wie den Lamborghini Aventador S, den Ferrari 488 GTB oder gar den Porsche 918 Spyder und den Pagani Huayra. Gerade einmal 1.238 Kilogramm bringt der 720S auf die Waage, ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber manch deutlich schwererem Mitbewerber. Erreicht wurde dieser Gewichtsvorteil dank des MonoCage II genannten Carbonfaser-Chassis’, das erstmals im McLaren Hypercar zum Einsatz kam. Dieses Chassis besteht aus einem einzelnen Kohlefaserstück und umfasst nun auch das Dach. Eine hochfeste, dennoch aber leichte Fahrgastzelle ist so entstanden, die einmalig ist in der Supersportwagenklasse. So sorgt die Konstruktion mit ihrer einzigartigen Verwindungssteifigkeit nicht nur für eine herausragende Fahrdynamik, sondern auch für außergewöhnliche Sicherheit. Dass an allen Ecken und Enden auf Gewichtsersparnis Wert gelegt wurde, sieht man dem sehnig wirkenden Supersportler an bzw. man sieht eben nichts, was überflüssig oder effekthascherisch sein könnte. „Jedes Profil und jede Rundung dieses Fahrzeugs wurden mit dem maximalen Fahrerlebnis im Sinn entwickelt“, sagt Chef-Designer Rob Melville, der sich – so heißt es – vom Kampfjet F1 hat inspirieren lassen.


Schon im Stand 200 km/h schnell

„Wir wollten, dass das Auto schon im Stillstand nach 200 km/h aussieht“, so Melville im Gespräch mit einer Fachzeitschrift. „Was wir tun, ist Folgendes: Wir nehmen alles, was man an einem Sportwagen mag und haben will, und dann machen wir es schön.“ Klingt so logisch, ja so simpel, dass man beinahe fragen möchte, warum nicht schon längst jemand bei McLaren oder überhaupt im Automobil-Bau auf diese Idee gekommen ist. Aber im Ernst. Was Melville und sein Team mit dem 720S geschaffen haben, ist nicht weniger als eine automobile Skulptur, die selbst im von aufsehenerregenden Konstruktionen nun wahrlich nicht armen Supersportwagen-Segment heraussticht. Ein automobiles Kunstwerk, das schnell ist, sauschnell. Gerade einmal 2,9 Sekunden dauert es, bis das hinter den beiden Sitzen platzierte Twin-Turbo-V8-Triebwerk den McLaren auf 100 km/h beschleunigt hat. Tempo 200 ist bereits nach 7,8, Tempo 300 nach 21,4 Sekunden erreicht. Und erst bei 341 km/h ist schließlich Schluss mit dem Vortrieb. Werte allesamt, die zeigen, dass man es bei McLaren durchaus sehr ernst meint, wenn das Unternehmen auf der eigenen Webseite schreibt: „DerMcLaren 720S verkörpert unser unermüdliches Streben danach, die Grenzen des Machbaren stets neu zu definieren. Entdecken Sie den neuen Maßstab für Supersportwagen.“


Dass sich dieser neue Maßstab gerade auch auf der Rennstrecke zeigt, ist Ehrensache. Dort lenkt den Fahrer nichts ab von der Strecke und von seinem Job, nicht einmal die Instrumente. Die versinken im Track-Modus buchstäblich im Armaturenbrett. Lediglich ein Schlitz bleibt als Display übrig, auf dem nur die notwendigsten Informationen angezeigt werden. So weit, so Rennsportler. Dass ein McLaren auch vollumfänglich alltagstauglich sein kann, macht den 720S erst zur echten Überraschung. So sind die A-, B- und C-Säulen besonders dünn gehalten, um die Übersichtlichkeit beim Ein- und Ausparken etc. zu erleichtern. Erleichterung ist auch das Stichwort im Zusammenhang mit den nach oben öffnenden Türen, die nicht nur betörend aussehen, sondern nun weit ins Dach hineinreichen und damit ein Einsteigen ermöglichen, ohne dass sich Fahrer oder Beifahrer einen Haltungsschaden zuziehen.


Supersportler mit alltagstauglichem Komfort

Einmal in Fahrt benimmt sich der 720S im Alltag vorbildlich; mancher Kleinwagen ist wohl nicht so rückenschonend unterwegs wie dieser Supersportler, wenn für das Fahrwerk der Komfort-Modus gewählt wurde. Zudem kann die Front angehoben werden, sodass nicht bereits der niedrigste Bordstein beim Rangieren den Frontspoiler beschädigen könnte. Im Innern erwartet den Piloten kein rustikales Rennsport-Ambiente, sondern „der luxuriöseste Innenraum aller Zeiten“. Sagt McLaren. Das mag überaus ambitioniert klingen, tatsächlich aber fällt es schwer, sich der Faszination dieses Arbeitsplatzes zu entziehen: Das hochwertige Leder verströmt einen betörenden Geruch, Haptik und Ergonomie der Bedienelemente aus Aluminium schmeicheln dem Piloten im tatsächlichen wie im übertragenen Sinn, und überhaupt ist der 720S für einen Supersportler erstaunlich kommod.


Dass ein solches Traumauto – eine Kreuzung aus Rennsportwagen und Powercruiser, ohne dass eine der beiden Eigenschaften zugunsten der anderen Einschränkungen erfahren müsste – seinen Preis hat, liegt auf der Hand. 247.350 Euro und damit etwa 15.000 Euro mehr als der Vorgänger 650S kostet McLarens neue Mega-Fahrmaschine. Alles andere als ein Sonderangebot also, aber doch beinahe ein Schnäppchen, wenn man sich die Preise der Konkurrenten ins Gedächtnis ruft. So fallen für einen Lamborghini Aventador S mehr als 330.000 Euro an, und ein Porsche 918 Spyder, der neu knapp 770.000 Euro kostete, ist heute gebraucht kaum unter 1,5 Millionen Euro zu bekommen. Selbst die erfolgsverwöhnte Konkurrenz wird nun wohl eingestehen müssen, dass die Briten mit dem 720S ihrem Ziel, einen Supersportwagen zu bauen, der auf der Rennstrecke ebenso funktioniert wie im Alltag, sehr nahegekommen sind.

 

Von Andreas Kötter

 

 

 

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