Romantikhotel Chesa Salis

25.03.2010 15:54 Alter: 9 yrs
Kategorie: Hotel, Restaurant - Cafè HotelRestaurant - Cafè
Romantikhotel
Chesa Salis
CH-7502 Bever
Tel. 0041/81/8511616
 
www.chesa-salis.ch

 

Auf Entdeckungsreise.

 

Man braucht ein feines Näschen, um ein solches Hotel zu erschaffen. Und wenn man als Gast ein solches hat, freut man sich über diese Entdeckung umso mehr. Die Chesa Salis ist ein kleiner versteckter Prachtbau im kleinen versteckten Bever, an dem man schnell mit dem Auto vorbeihuscht, wenn man nicht acht gibt. Ein stattliches Engadiner Patrizierhaus derer von Salis seit 1883, vorher ab 1590 in den Ursprüngen ein mächtiges Bauernhaus. Erst 1982 wurde daraus ein Hotel wie es im Engadin kein zweites gibt, mit meterdicken Mauern, historischen Sgrafitti an der Fassade, holzgetäfelten Loggien und einem Restaurant im ehemaligen Pferdestall. Natürlich gleicht keines der nur 18 Zimmer dem anderen. Manche haben echte Biedermeiermalereien an Wand und Decke, manche Arvenholzvertäfelung. Manche Holz-, andere Metallbetten. Es gibt Böden aus Teppich oder Parkett, ebenso Bäder modern oder klassisch. Überall im Haus trifft man mal auf Gründerzeitmobiliar, mal auf echte Engadiner Stuben. Und entdeckt, wenn man genau hinsieht, altenglische Kacheln am historischen Kachelofen des ehemaligen Patrons von Salis. Paßt das alles zusammen? Ja, auf seine ganz eigene Weise. Jedes Zimmer hat Charakter, denn Besitzer Jürg Degiacomi, der dem Haus seit 2003 seinen Stempel aufdrückt, setzt gestalterische Reize, die über die üblichen klassisch-modern Kombinationen hinausgehen. Sein persönliches Faible für Designklassiker nutzt er geschickt, sucht lange nach dem richtigen Stück und gibt dann mit einem Eames-Stuhl oder einer Artemide-Lampe jedem Raum ein Gesicht, das man so noch nicht gesehen hat. Besonders schön, weil lichtdurchflutet, die Verandazimmer mit verglasten Loggien. Beratung bei der Reservierung ist also gefragt, und unbedingt eine Hausführung beim ersten Besuch. 

 

Des Hausherrn Rat sollte auch beim Genuss gesucht werden, denn seinem Weinkeller eilt ein besonderer Ruf voraus: der einer erstklassigen Auswahl aus Bündner Herrschaft, dem nahen Veltlin und natürlich den edelsten italienischen Provenienzen. Österreich und Frankreich sind natürlich auch vertreten, doch seine Liebe gehört der Heimatregion. Degiacomis Weinnase wird aufs vortrefflichste ergänzt von den Gaumenfreuden des jungen Küchenchefs Ueli Marty, der vor allem eines kann: beste Zutaten handwerklich hervorragend zubereiten. Genau auf den Punkt, ohne viel Schnickschnack. Unter seiner Ägide gelingen zarte Jakobsmuscheln ebenso als Zutat eines gelungenen Abends wie ein perfekt getroffenes Engadiner Angussteak vom Grill. Das ist dem Gault Millau gerne dreizehn Punkte wert und vielen Stammgästen eine weite Anreise (nicht nur, weil sie den eigenen Boliden in der hauseigenen Tiefgarage bestens aufgehoben wissen). Denn die Chesa Salis ist ein erstklassig geführtes Hotel mit besonderem Cha-rakter, von dem nur wenige wissen. Ein echter Geheimtipp zu einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis, denn die Zimmerpreise beginnen bereits bei 240 CHF, pro Zimmer wohlgemerkt. Die viergängige Halbpension ist für 64 CHF pro Person eine wahre Freude.

 

Und die Romantik, findet man die auch? Zugegeben, im Sommer noch mehr als im Winter. Denn allein der wunderbare Garten ist dann die Reise wert. Jetzt im Winter kann man sich schon einmal dabei erwischen, das Zimmer einen Tag lang nicht verlassen zu wollen. Die Skier bleiben in der Ecke stehen, die frisch geputzten Wanderstiefel vor der Tür (ein gern genutzter Service des Hauses). Man genießt den persönlichen Zimmerservice statt einer Minibar und ansonsten die himmlische Ruhe. Und wem es doch nach Erlebnis dürstet, mit dem macht Hausherrin Sibylla Degiacomi gerne auch einen ganz privaten Ausflug ins nahe Bergell. Das ist dann wildromantisch, und eine wunderschöne Erinnerung mehr an ein paar unbezahlbar unbeschwerte Tage.

 

 

 

mehr zu Engadin



Drucken

Hotel des Monats