Engadin St. Moritz

25.03.2010 15:54 Alter: 9 yrs

 

Ein Tal in Balance.

 

Es kommt immer darauf an, wen man fragt. St. Moritz, das ist die Wiege des Wintersports, der Wintersportort schlechthin, der berühmteste von allen. Mondän, glitzernd und immer ein Stück geheimnisvoll. Nur knapp 5.000 Einwohner und doch eine ganze Welt. Hier stand das erste Luxushotel der Alpen und hier wurde zum ersten Mal in den Bergen Golf gespielt. Hier gab es das erste elektrische Licht der Schweiz und, natürlich, den ersten Skilift. Überhaupt wurde hier der alpine Wintertourismus erfunden, als Johannes Badrutt im Herbst 1864 mit vier englischen Gästen wettete, sie würden auch im Winter hemdsärmelig auf seiner Terrasse die milde Engadiner Sonne geniessen können. Andernfalls übernehme er die Reisekosten. Und zwar beide Wege. Also kamen die Engländer zu Weihnachten ins Oberengadin – und reisten nach Ostern wieder heim. Braungebrannt, erholt, glücklich. Der Wintertourismus in den Alpen war lanciert. Die Briten kamen in Scharen und hinterliessen ihre Spuren in Form von Polo- und Cricketturnieren, dem Cresta Run sowie Skeleton- und Bobrennen. Heute kommen noch 7% der Wintergäste aus Großbritannien, ein Viertel kommt aus Deutschland, ein Viertel aus der Schweiz, der Rest aus der ganzen Welt.

 

St. Moritz heute, das ist Trüffel auf den Bergen, Polo im Schnee, Pelze im Parkhaus. Das sind die schillerndsten Luxusmarken der Welt vereint in einem kleinen Dorf. Das ist eine exquisite Hotellerie und Ferienwohnungen, für deren Jahresmieten man an anderen schönen Orten der Welt das gleiche Objekt kaufen könnte. Alle Klischees über St. Moritz sind wahr, und sind es doch nicht, denn sie sind nur die halbe Wahrheit. Denn St. Moritz ist auch das ständige Ringen nach allerhöchster Qualität – in unseren Tagen auf transparente, glaubwürdige Weise. In St. Moritz blitzt hinter so mancher Ecke neuerdings ein Funken Selbstironie hervor, eine neue Form der Leichtigkeit, ein Innehalten auf höchstem Niveau. Das macht diesen Ort noch lange nicht bodenständig, aber täglich sympathischer auf eine verbindliche Art. Das mag auch der Erkenntnis geschuldet sein, dass der größte Reichtum des Oberengadins ein unbezahlbarer ist: die Natur. Dieses Licht. Diese Luft. Diese Ruhe. Unvergleichlich!

 

Damit kommen wir zu den Orten, die sich wie Perlen um St. Moritz gruppieren wie um einen diamantenen Verschluß. Und die mit dieser seidenen, unwirklich schönen Natur eine inspirierende Melange eingehen, oft leidenschaftlich geliebt von ihren Stammgästen, nicht selten über Generationen. Sils, der legendäre Nietzsche-Ort, wie in die Oberengadiner Seenebene gemalt, flimmernd vor Kraft und Ruhe. Mit Hotels von Zauberbergscher Grandezza. Pontresina, die kleine, steile Schönheit, rasant erblühend. Erstaunlich, wie ein Generationswechsel in Gemeinde und Hotellerie einen Ort in Bewegung bringen kann. Celerina, Samedan, Zuoz und Maloja – Dörfer auf einem guten Weg, die gerade um ein endgültiges eigenes Profil ringen und die Mühen dieses Wandels nicht verstecken. Man möchte ihnen die Daumen drücken. Oder versteckte Schätze wie Bever oder Brail, an denen man schnell vorbei oder durch sie hindurchfährt, in denen wir jedoch wahre Kleinode entdeckt haben. Wohin wir auch fuhren und gingen, wir wurden Zeugen leidenschaftlichen Qualitätsbewusstseins in einer Vielfalt, wie sie keine andere Wintersportregion bieten kann. Unsere nachfolgenden handverlesenen Tipps geben Ihnen darauf nur einen kleinen Vorgeschmack.

Das schillernde St. Moritz und die sanften Orte des Oberengadins, sie alle sind eingebettet in das größte Skigebiet der Schweiz. Mit vier Hauptgipfeln und 350 Kilometern Pisten, 200 Kilometern Loipen und 150 Kilometern Winterwanderwegen gilt Engadin St. Moritz als eines der abwechslungsreichsten Wintersportgebiete der Alpen. Und als eines der schönsten noch dazu. Die Südausrichtung der hochalpinen Ebene hält die Sonne bis in den späten Nachmittag und schenkt selbst im tiefsten Winter frühlingshaft warme Tage. Trotzdem ist der Schnee häufig von fast nordamerikanischer Champagnerqualität. Wer diesen Wintersportgenuss einmal erlebt hat, der wird in Europa kein Pendant dazu finden. Wo man sich dafür einquartiert, ist mehr denn je eine Geschmacksfrage, aber keine Frage nach einem Entweder/Oder. Denn – und das ist schon mehr als ein Trend – wer in St. Moritz wohnt, der sucht immer mal Ruhe und Romantik außerhalb. Und wer die Ruhe außerhalb schon gefunden hat, der würzt seinen Aufenthalt mit ein paar prickelnden Stunden in St. Moritz. Das Engadin, ein Tal in Balance für einen Urlaub im Gleichgewicht. Der auf diese Weise wahrlich unverwechselbar und unvergesslich wird.

 

 

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