Der "Überführer" vom Tegernsee

 
Abfahrt Tegernsee: Parkanlage Point, Abfahrt Tegernsee: Seestraße.
Täglich an sonnigen Tagen von 10 – 18 Uhr.
 

 

Der wohl bekannteste „Überführer“ der Geschichte ist Charon, der dem griechischen Mythos nach die Toten in einem Kahn über den Fluß Lethe ins Totenreich überführte, allerdings nur hin, niemals retour und auch nur, wenn die Hinterbliebenen nicht vergessen hatten, einem das Fährgeld in Form einer Obolus-Münze auf die letzte Reise mitzugeben. Stefan Mayr, seit 2011 der „Überführer“ vom Tegernsee, transportiert hingegen in seinem altmodischen, sieben Meter langen und 18 Fahrgäste fassenden Ruderboot in Form von Touristen und Wanderern höchst lebendige Fracht von Tegernsee nach Rottach-Egern, nicht nur hin, sondern auch retour und als Fährgeld verlangt er keinen Obulus, sondern etwas mehr als zwei Euro. Man darf sich also ruhig trauen, beherzt die Glocke am Steg zu läuten, für den gelernten Raumausstatter das Zeichen, dass Fahrgäste der Überfahrt harren. Der Beruf des „Überführers“ hat eine etwa 500-jährige Tradition, bot sich doch die Passage an der engsten Stelle des Tegernsees zwischen der Tegernseer Point und dem heutigen Hotel Überfahrt in Rottach an, um den gut 45 Minuten langen Fußweg zwischen den beiden Orten um gut 40 Minuten abzukürzen. Manche der Überführer wurden zu örtlichen Legenden, wie der mit einer roten Haarpracht unter dem traditionellen Überfahrer-Hut gesegnete „rote Hans“, Hans Brandl, der 30 Jahre lang Prominenz und einfach Leut' gleichermaßen über den See chauffierte und nicht zuletzt mit seinen Geschichten über den See glänzend unterhielt. Denn das gehört auch zur „Jobbeschreibung“ des Überführers. Und so gestalten sich auch heute noch die fünf Minuten Überfahrt kurzweilig und nicht zuletzt idyllisch, sind doch die Perspektiven vom See aus auf Tegernsee und Rottach-Egern ausgesprochen reizvoll.

 

 

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