Formvollendet – Williams Handmade

25.03.2010 15:54 Alter: 8 yrs
Williams British Handmade
2 The Lion Yard/Broad Street
GB- Leominster/ Herefordshire
 
www.williamshandmade.com

 

Mit ihren außergewöhnlichen Designs revolutioniert die Britin Sarah Williams das klassische Reisegepäck.

 

Eigentlich wollte sie ja Lehrerin werden. Aber im letzten Moment überlegt es sich Sarah Williams dann doch anders und beginnt 2003 ein Design-Studium am Art College im heimischen Herefordshire: „Ich spürte, dass ich selbst kreativ sein wollte“, begründet sie heute ihre spontane Entscheidung. Und obwohl sie die ländliche Gegend gern verlassen hätte, bleibt sie wegen der Qualität der Ausbildung: „Herford bot einfach das Beste. Wir hatten hier großartige Lehrer und allerbeste Bedingungen“, erklärt sie. Aber nach dem erfolgreichen Abschluss zieht es sie dann doch in die Metropole ans renommierte London College of Fashion, das mit Dozenten wie Tom Ford und Donatella Versace aufwarten kann. Es gehört zur University of Arts und ist eine der Top-Adressen in Sachen Mode und Design. Die Jungdesignerin beendet ihr Masterstudium dort mit dem Ziel, etwas zu kreieren, das die Welt vorher noch nicht gesehen hat. Und so gründet sie 2010 ihr luxuriöses Gepäcklabel „Williams Handmade“.


Sie will nichts Geringeres als die Revolution des Reisegepäcks und fertigt in arbeitsintensiver Handarbeit verschiedene, vollkommen unkonventionelle Formen. Da gibt es L- oder U-Förmiges, gewellte und gebogene Kästen, Kisten und Koffer in klassischen Farben wie Braun und Cognac, aber auch in flammendem Rot, himmlischem Blau und in blütenzarten Pastelltönen. Williams’ Wunsch ist es, einzigartige, zeitlose Stücke herzustellen, die gleichermaßen Gepäck-Stück wie Kunst-Stück oder Skulptur sind. Jedes Stück der Kollektionen Crafted Fashion, Orient und Country entstand und entsteht unter den Händen der Gründerin und besticht nicht nur durch außergewöhnliches Design, sondern auch durch hochwertige Materialien wie bestes Zaumleder und Messingrahmen und traditionelle britische Handwerkskunst. Die Designerin wendet sich mit ihren Arbeiten auch gegen die Schnelllebigkeit und Beliebigkeit der Modewelt, sie sollen vielmehr Trends und Moden überdauern und aus der Masse herausstechen.


Sarah Williams’ Arbeiten stehen für die Leidenschaft für Luxus und Design, Qualität und Innovation. Und für Service: Denn auf Wunsch fertigt die leidenschaftliche Handarbeiterin Einzelstücke nach den individuellen Vorstellungen ihrer Kunden. Ob es der Traum der Unikat-Handtasche ist oder der Wunsch eines Wodka-Produzenten, einen ledernen Glashalter zu entwickeln, der dann so gut gefiel, dass er in 200-facher Ausfertigung an die Mitarbeiter in der ganzen Welt verteilt werden sollte. Eine große Herausforderung für einen kleinen Betrieb wie Williams Handmade, aber sie gelingt. Denn Sarah Williams brennt nicht nur für echte Handwerkskunst und Qualität, sondern auch für ihre Kunden: „Ich liebe es, wenn aus den Träumen tatsächlich Wirklichkeit wird!“ Und so gestaltet sie Schmuckkästen, Uhrenboxen, Taschen und Koffer mit Initialien und ganz persönlichen Botschaften. Den Möglichkeiten in ihrem Atelier in Leominster, wohin sie nach dem Londoner Studium wieder zurückgekehrt ist, sind keine Grenzen gesetzt.


Das letzte Projekt stemmte sie gerade mit dem griechischen Sandalenhersteller Pixie Toes. Gemeinsam wurden zwei Sandalentypen entworfen, die den Damen Maßgeschneidertes in freier Farbwahl an die Füße zauberte. Wer bis zum 1. Mai bestellt hatte, bekam für 75 Pfund einen Monat später seine individuellen Sandalen nach Hause geliefert. Jetzt wartet die Zusammenarbeit mit der Schmuck- und Modedesignerin Kirsty Ward auf ihre Fortsetzung. Die beiden Frauen hatten sich als Finalistinnen des internationalen Talent Wettbewerbs ITS#9 im italienischen Triest kennengelernt und sofort gespürt, dass sie gemeinsame Vorstellungen und Visionen haben. Für diesen Sommer haben sie Gürtel und Clutches in Schwarz, Weiß und Gelb kreiert, die Williams’ traditionelle Handwerkskunst perfekt mit dem Glamour und Esprit der Wardschen Schmuckstücke vereinen.


Doch damit nicht genug. Sarah Williams gibt ihr fundiertes Wissen in zahlreichen Workshops an kreative Laien weiter. Sie erläutert, woher ihr Leder stammt –, nämlich aus dem britischen Northamptonshire – wie es auf traditionelle Weise bearbeitet wird, und dass man daraus eigentlich extrem haltbares und witterungsbeständiges Zaumzeug für die Reiterei macht. Egal, mit welchem Vorwissen man an sie herantritt, Sarah lässt sich darauf ein und gestaltet Kurse nach den Wünschen der Kunden. Sie zeigt, wie man Schnittmuster liest, wie dieser oder jener Stich ausgeführt wird oder wie man Gürtel und Ranzen näht. Sie tut dies mit einer solchen Geduld und Hingabe, dass eine ihrer „Schülerinnen“ sich am Ende dafür bedankt, dass sie bei ihr nicht nur die richtigen Handgriffe zur Lederbe- und verarbeitung gelernt habe, sondern auch, Vertrauen in die eigene Arbeit zu haben. Und würde sie nicht so wunderbar exzentrische und neuartige Objekte in ihrer kleinen Ledermanufaktur herstellen, könnte man fast traurig sein, dass sie nicht doch Lehrerin geworden ist.

 

 

 

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